Apfel+Z (Die Obstkiste des Internets)

Der Blickwinkel macht es

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Man kann Blickwinkel auch gerne als Zusammenhang bezeichnen …

Es gibt ihn also doch noch, den guten guten Journalismus

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Ich bin im Meckern im Laufe meines Lebens richtig gut geworden; schließlich habe ich schon genug Bullshit gesehen und erlebt. In der Umkehrung heißt das leider auch, dass ich im Loben und Gutbefinden richtig beschissen (geworden) bin; zu gering sind einfach die Möglichkeiten, etwas für richtig gut zu befinden.

Um so mehr sticht dann allerdings heraus, wenn zwei Journalisten in diesem ‘Kaltland’ es tatsächlich schaffen, mit einem Artikel – ja einem richtigen Artikel und keinem Kommentar, keiner Polemik und keinem aus der Reuters-Ramschkiste zusammengepanschtem Stimmungsmacherchen – nicht nur zu zeigen, wie Journalismus geht, den Lesern mehr als ein TLDR; zumuten und ihnen ohne plumpe Manipulation die Tränen in die Augen treiben.

Was Amrai Coen und Henning Sußebach da in der ZEIT (ja, ich weiß jetzt auch nicht was ich davon halten soll; war reiner Zufall, dass ich mich da bei denen mal wieder verwirrt hatte) abgeliefert haben, macht zwar die letzen Jahre bis Jahrzehnte des erbärmlichen Journalismus in unserem Land nicht auf einen Schlag wieder wett, zeigt aber, dass es ihn wohl doch noch gibt.

Und das ES steht für hinter seinem Schreibtisch Hervorkommen, das Geld für ein paar Tage vor Ort tatsächlich genehmigt bekommen zu haben und dann tatsächlich auch eine Reportage abzuliefern. Eine, die einen Strang hat, um sich schaut, eine mit leiseren Tönen, die so viel mächtiger sein können als dieses ewige Gekreische um Klicks, eine, die Geschichte(n) erzählt, der man sich nicht entziehen kann, weil sie einem vor Augen hält, wie sehr man beteiligt ist, egal, wie sehr man sich auch bemühen mag, es zu verdrängen; bis sie im eigenen Garten hockt, bzw. dank der beiden der eigene Garten sein könnte, in dem einen (die) Geschichte einholt.

Ich weiß, mit Befehlen ist das immer so eine Sache und wer mich kennt, weiß, dass ich es mit denen eh nicht habe und es so eigentlich auch nicht meine. Drum versteht es bitte richtig, wenn ich euch jetzt sage, dass ich es in diesem Fall ernst meine. Ja, es ist ein Befehl! Ein Lesebefehl!

Wer

Im gelobten Land von Amrai Coen und Henning Sußebach

nicht durchliest, der braucht hier nie wieder vorbeizukommen, denn dann ist er oder sie hier schlicht fehl am Platze …

Ene Mene Merkel

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Ich weiß, wir drehen uns im Kreis und ein fast jeder Kommentar von mir fängt identisch an und hört noch identischer auf, wenn es um unsere Bertelmannsche Freiluftversuchsanstalt geht; auch Deutschland genannt.

Wie immer, so auch jetzt beim #Landesverrat, gehen fast bis wirklich alle Diskussionen, Schuldzuweisungen und Bauernopfer wieder am Eigentlichen vorbei.

Bitte was sollen denn all die Marionetten tun, wenn sie Anweisungen von ganz oben bekommen, die sie offiziell nie bekommen haben dürfen, über die nie laut geredet, ja nicht mal geflüstert werden darf, weil man sonst sein vollstes Vertrauen ausgesprochen bekommt.

Wenn ein Bundesprüfanwalt in einer Sache handelt, in der nächsten schweigt, in der übernächsten sich den Wolf prüft und jetzt auf Ansage versagt – was denkt ihr denn Alle, was dahinter steckt? Also wer?

Was denkt ihr denn, was er – so deutlich wie sonst kein einziger – mit der unsäglichen Einmischung gemeint hat? Meint ihr wirklich, das war nur auf zwei unbedeutende Blogger bezogen?

Hier geht es nicht um einen lächerlichen Vorwurf, es geht mal wieder (also wie immer) um das viel wichtigere und übergeordnete Bild und auch wie immer, funktioniert das mit den Nebelbomben wieder wunderbar.

Und Madam Teflon kann sich ihre Hände in Rauten waschen. Dann müssen halt noch ein paar mehr und eh nervige Fehlbesetzungen gehen; das kann ihr nur Recht sein. Man könnte es schon fast bewundern, in welcher Position sie sich mit unserer willigen und blinden Hilfe eingenistet hat. Sie gibt vor und wenn etwas schief geht, dann schauen wir überall hin, nur nicht in ihre Richtung und freuen uns über jeden noch so kleine gefeuerte Personalie.

Und wie wir alle so schön mitmachen, wie der Digitale Mob jetzt direkt nach weiteren Rücktritten krakelt, dürfte für tausende und abertausende Dissertationen von Systemischen Soziologen reichen.

Leute! Das System ist das Problem! Nicht die armen Handlanger in ihm!

Aber hey – Ene Mene Merkel spielt sich doch viel einfacher, schmerzfreier und bequemer. Schließlich muss man dann so gar nichts ändern.

Was der Michel bis heute nicht gelernt hat, das lernt er eh nimmer mehr …

Ein paar Zahlen für den Hans-Georg

Todesopfer seit der Wiedervereinigung

Rechte Gewalt 152
Polizeigewalt 210
Sportunfälle ca. 2.300
Morde ca. 7.100
Verkehrstote ca. 93.000
Haushaltsunfälle ca. 360.000
Terrorismus 13

Ja, die Zahlen sind aus dem Internet, je nach dem wie man zählt und welche Quellen man verwendet variieren die (wenn ich nicht so stark) und die 13 Terrorismus-Todes-Opfer sind eine reine Vermutung, da es sich allesamt um im Ausland getötete Deutsche handelt, die jetzt nichts mit Militär und Co zu tun haben. Die Zahl der in Deutschland von den so schlimmen ‘Terroristen’ getöteten Menschen beläuft sich auf 0.

Zur Wiederholung: Wir setzen das letzte bisschen Restscheindemokratie wegen einer Null aufs Spiel; Wortwitz beabsichtigt …

Ein rabenschwarzer Tag für den Journalismus

Wenn zwei Blogger wegen Landesverrat in Deutschland ein Ermittlungsverfahren an der Backe haben, dann ist das ein rabenschwarzer Tag für den Journalismus; fünfzig Jahre nach der Spiegel-Affäre.

Wer sagt das?

Ich sage das!

Und ich meine das nicht so, wie ihr das jetzt denkt. Ich rede hier nicht von einem Angriff auf die Pressefreiheit. Da müssen wir gar nicht drüber reden oder diskutieren. Denn das (oder diese) hat sich mit heutigem Tag eh erledigt; dazu müsste erst einmal eine vorhanden sein.

Nein, heute ist der Tag, an dem die kritische Presse in Deutschland – wenn uns allen auch schon lange bewusst – offiziell für tot erklärt wurde; von allerhöchster Stelle.

Der Generalprüfanwalt gibt öffentlich zu, dass er vor zwei Bloggern mehr Angst hat als vor der gesammelten Presse Deutschlands. Damit ist alles zum Stand des Journalismus in unserem Land gesagt.

Ja, offiziell wird das so keiner nennen, schon gar nicht die gesammelte Presse und auch nicht die Bundesanwaltschaft und das Kanzleramt (denn ohne dessen OK wird da kein Schreiben rausgegangen sein) – nein, inoffiziell offiziell sind Beckedahl und Meister Bauernopfer der Einschüchterungsmaschinerie.

Kurzes Aufschreien, auch von ‘echten’ Journalisten, dann längeres Aufatmen im Anschluss, dass es sie nicht selber getroffen hat und dann eierlos weiter im Text als minderbezahlte Mietmäuler.

Die Angst unserer Schlapphüte und Marionetten aber – die besteht schon lange nicht mehr vor ‘wirklichen’ Journalisten. Es wundert mich schon eine Weile, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, WordPress und Co als gefährlich oder gar feindliche Waffe einzustufen und zu verbieten.

Aber auch das kann nicht mehr lange dauern.

So lächerlich, wie das vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag und auch wenn er ihr die agierenden Personen als lächerlich empfindet, die wissen ganz genau was sie tun; unterschätzt das mal bloß nicht.

Die wissen ganz genau, mit wem sie sich anlegen und wer am längeren Hebel hockt. Und sie wissen auch, dass in diesem Land kaum bis gar keine ‘wirklichen’ Journalisten mehr vorhanden sind, die eingreifen könnten, eingreifen werden.

Diese Feststellung und Erkenntnis finde ich noch weitaus schlimmer, als diese Landesverrat-Lachnummer …

Gute Nacht - oder: Til Schweiger als Maß der Dinge

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Und hier saß ich, ironische Tweets noch ironischer retweetend mit meinem Bio Kaffee in der Hand vor meinen MacBook und dachte, mich verwundert nichts mehr.

Und dann springt einem Til Schweigers Standardfresse – nein, keine Gemeinheit, lediglich eine Anspielung auf das Zeigen selbiger, heutzutage muss man ja Alles vorauseilend erklären – von allen Seiten an und man ist gezwungen das eigene Standard-Gesicht (Augen verdreht, Kopf permanent schüttelnd, Nase besserwisserisch verkrumpelt) kurzzeitig aus dieser jahrelang antrainierten und perfektionierten Haltung zu befördern.

Und das ist ganz schön anstrengend und kraftraubend; fast so schlimm, wie tatsächlich aufzustehen und das Book zuzuklappen. Und dann hockt man da, vergisst kurzzeitig seinen Kaffee und ist doch tatsächlich erstaunt.

Til Schweiger als Maß der Dinge?

Wie konnte das geschehen? Da wird auf einmal einer dafür gefeiert, dass er etwas völlig Selbstverständliches tut? PR hin, PR her – was muss hier schief gelaufen sein, wenn eine andere Farbe als kackbraun Bekennen zum Ereignis wird?

Ja, es ist Sommerloch, der Schweiger eignet sich auch immer gut in einem Land, in dem nur Neider und mit Unterhose bekleidete Mittelmäßer mit großer Klappe ihren fehlenden Geschmack und vor allem ihre Talentbefreitheit über die gefliesten Wohnzimmertische in das Nachmittagsprogramm Gleichgesinnten zur Bestätigung der eigenen Fehlempfindlichkeiten hinausposaunieren können.

Aber wenn man das Alles wegkratzt, dann bleibt da ja immer noch eine Menge dumpfer Empfindlichkeiten an dieser Facebook-Seite kleben. Wenn die Speerspitze (und an dieser Stelle weigere ich mich jetzt einfach mal dreist, dieses Wort jetzt auch noch vorauseilend zu erklären) des Widerstandes gegen diese stets, nur kleinlauter, vorhandene widerliche deutsche Seele – die, die sich als etwas Besseres versteht, die, die meint, dass sie ein Anrecht auf Alles hat, die, die keinem Anderen etwas gönnt, die, die permanent meint, dass sie zur kurz kommt, die, die immer einen Sündenbock für ihre Unzulänglichkeiten benötigt, die, bei der immer alle Anderen Schuld an der eigenen Misere sind – auf einmal ein Til Schweiger ist, dann wird mir Angst und Bange.

Wenn Leitmedien einen Til Schweiger – im Sinne des vorauseilenden Gehorsams, schließlich darf man hier ja bloß nirgends und bei niemanden anecken, möchte (Übersetzung: muss) ich an dieser Stelle klarstellen, dass ich keinerlei Probleme mit ihm habe und das aus folgenden Gründen: 1. Ich kenne ihn nicht persönlich. 2. Sollte dies eigentlich als Grund schon ausreichen – aber für die BUNTE Leser: 3. Bin ich in der Lage zwischen einer Person, seinem Image, seiner Arbeit und dem Schwachsinn, der über ihn (oder ihr) verbreitet wird, zu unterscheiden. 4. Habe ich mir mühsam angewöhnt, meinen Neid im Zaum zu halten und nur an Dingen/Menschen/Eigenarten/etc. nur rumzumeckern, wenn ich es selber besser auf die Reihe bekomme. Männerherzen, zum Beispiel, ist ein guter Film. Meine Drehbücher liegen in der Schublade – somit hat sich das dann erst einmal (oder für immer) erledigt …

Zurück zum Eigentlichen: Wenn also die versammelten Leitmedien und das halbe deutsche Twitter (ich weiß, das ist nicht viel – aber wir bilden uns das doch immer so schön ein und wer bin ich, dermaßen realitätsfremde Träume zerplatzen zu lassen, schließlich rede ich mir beim Verfassen solcher Artikel ja auch immer ein, es würde Etwas bei meinen dreieinhalb Lesern bewirken) einen Til Schweiger zum Helden im Kampf gegen unser dumpfes menschliches Versagen hochschreiben müssen, dann ist da etwas gewaltig schief gelaufen; aber so richtig.

Kommt das denn keinem Anderen in den Sinn, während er aus einer Facebook Seite schnell ein paar Schnipsel zurecht sammelt?

Hey, ich hocke hier unterbezahlt bei einem Leitmedium und schustere in fünf Minuten eine Wohlfühl-Aufreg-Klick-Hure über einen Til Schweiger zusammen, in dem ich eingestehen muss, dass wir aber komplett versagt haben. Was wäre das schön, wenn ich statt dessen einen weiteren Leitartikel darüber schreiben könnte, wie wir als SPON schon seit Bestehen täglich gegen diesen Schwachsinn wohlüberlegt und fundiert vorgehen und mit jeder Berichterstattung über Seehofer, Merkel und Co das Fischen in trüben Gewässern aufdecken und für unsere Leserschaft aufbereiten.

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Ohhhh! Habt ihr auch das Einhorn gesehen, das mir gerade über die Tastatur gelaufen ist?

Bei aller Anerkennung für Schweigers Leistungen – aber wo sind denn die ‘wirklichen’ intellektuellen Vordenker, die Meinung machen, die Dinge schreiben, die zum Denken anregen; in den verbliebenen Feuilletons und auf den noch wenigeren Bühnen?

Wenn ein Til Schweiger das Maß der Dinge geworden ist, wenn es darum geht der Gesellschaftsfähigkeit von öffentlichem Fremdenhass und dem Aufruf zur Gewalt der niedersten und feigsten Sorte etwas entgegen zu setzen – dann aber Gute Nacht.

Denn dann ist ist es eindeutig zu spät.

Die Oma meiner Frau ist die letzte im Umkreis (in dem sie wohnt) von 100 km, die den Krieg noch miterlebt hat. In vielen Teilen Deutschlands gibt es Niemanden mehr und die letzten verbliebenen, lebenden Mahner hängen am Tropf und haben allesamt keinen eigenen YouTube Kanal.

Geschichte ist ein Kreis. Die einzigen Dinge, die die Wiederholung ein wenig aufschieben können, sind persönliche Erfahrungen und Wohlstand für Alle. Beides stirbt hier gerade aus.

Und an deren Stelle tritt ein Witz über Kekse und Bildzeitungsleser. Und die Anzahl der Menschen um uns herum, denen wir mit unserer Überheblichkeit nicht nur vor den Kopf stoßen, die wächst mit einer erschreckenden Geschwindigkeit.

Und auch wenn er in einem roten Cape sicher eine grandiose Figur abgeben würde – vor denen schützt uns kein Til. Und leider auch nicht vor uns selber.

Und es gibt nichts Gefährlicheres, als ein allzu großes Vakuum, das nach einem Helden, einem Retter ruft. Wie das ausgeht, kennen wir. Leider nicht mehr persönlich – aber aus den vielen Unterrichtsstunden, die uns damals irgend wann gewaltig auf die Nerven gegangen sind.

Und wenn selbst wir Gutmenschen schon einen Til Schweiger als Helden nötig haben, wie mag es da all denen Millionen gehen, die wir täglich mit dem Kaffee in der Hand mit unserem Standard-Gesicht von unseren MacBooks aus belächeln?

Das sind übrigens die, die noch wählen gehen und für die die Politik gemacht wird; von Menschen, die ganz genau wissen, was sie tun, wenn sie streicheln und vor allem wen sie eigentlich streicheln.

Geht in seine Filme, rubbelt euch einen oder eine zu einem Starschnitt (wie nennt man das eigentlich heutzutage?) von ihm – aber bitte, um unser aller Frieden willen – macht ihn nicht zum Maß der Dinge, wenn es darum geht, etwas eigentlich völlig Selbstverständliches zu tun …

Den Rock mit den Blicken ausschütten

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Alle Jahre wieder. Das Sommerloch mit Röcken füllen, den vermeintlichen bis womöglich zukurzenen. Normalerweise ist mir das zu doof und vor allem zu warm, um mich damit auch nur eine Sekunde lang zu beschäftigen. Vermutlich bin ich aber auch einfach nur zu alt. Und wenn, dann fände ich es eh viel wichtiger, sich über Ästhetik und nicht über die Länge zu unterhalten.

Aber hey …

Jetzt ist mir dann eben aber doch die Sonnenhutschnur aus dem warmen Gesicht geschnallt.

An wen sich diese Kleidungsvorschrift richtet ist klar: Mädchen. Dies ist natürlich ein Muster der sommerlichen Schulkleidungsdiskussionen, die ja nicht kontextlos stattfinden, sondern sich einreihen in rape culture, victim blaiming und weitere sexistischerassistischeklassistische_fatshamende Körper- und Kleidungspolitiken. In den Erläuterungen heißt es dann oftmals, dass sich Schüler aufgrund der Kleidung nicht auf den Unterricht konzentrieren könnten – aber auch Lehrer abgelenkt seien. Und anstatt sich nun zu fragen, was diese Lehrer eigentlich an einer Schule machen, wird die Verantwortung für alles bei den Mädchen abgeladen, sie sollen sich nicht ‚aufreizend‘ (was soll das eigentlich hier genau sein?) kleiden. Lehrer und Schüler werden als nahezu unfähig zum geraden Gedanken inszeniert, als schutzbedürftig.

Hotpants, Miniröcke und was du sonst noch (nicht) anziehen darfst

Ernsthaft? Sind wir jetzt soweit, dass nur noch Eunuchen Lehrer werden dürfen? Blinde Eunuchen?

Es scheint wohl nur noch Schwarz und Weiß und vor allem Dagegen zu geben. Und wenn man so manche Aufmachungen für taktisch unklug hält, dann muss man automatisch ein Arsch sein, der Mädchen unterdrücken und ihnen die Schuld geben will.

Ja hackt es denn noch bei Euch?

Und wenn ich als Erzieher/Lehrer vor lauter Ärschen und Titten schon gar nicht mehr weiß, wo ich hinschauen soll – dann bin ich also automatisch das Problem und fehl am Platz?

Ernsthaft?

Ich soll also mal nebenbei Millionen Jahre der Evolution komplett abschalten können, nur weil wir nicht in der Lage sind Dinge beim Namen zu nennen und dazu zu stehen und weil wir nur noch in Feindbildern denken und agieren können? Weil es immer mehr Eltern gibt, die ihren Kindern ein – nennen wir es mal: eher unglückliches Selbstbild – mitgeben?

Kindern (ja, bewusst Kinder und nicht nur Mädels) mit einem halbwegs gescheiten Selbstbild wird wohl eher seltener vorgeschlagen, sich anders zu kleiden. Aber das darf man ja so nicht sagen. Und schon gar nicht als Mann, dann ist die Aufregung wieder groß.

Das Witzige (Traurige) dabei ist ja, dass diese ‘Empfehlungen’ seltenst vom anderen Geschlecht kommen. Frauen haben ein Problem damit, wie sich andere Frauen/Mädels kleiden. Aber auch das darf man ja auch wieder nicht laut sagen; und schon gar nicht als Mann, denn dann ist die Aufregung noch größer.

Mädels, so wird das nichts!

Aber für viele von euch bin ich ja schon wieder der Arsch, nur weil ich das so sage. Und ihr wundert euch, dass es so schleppend bis rückwärtig vorwärts geht. Vielleicht solltet ihr da noch mal drüber nachdenken, wenn es wieder etwas kühler ist …