Man muss kein Nazi sein

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Man muss kein Nazi sein, um eine Menschliche Nullnummer zu sein. Man muss kein Gutmensch sein, um ein Herz zu haben. Man muss nicht schwul sein, um für die gleichgeschlechtliche Ehe zu sein. Man muss kein Veganer sein, um gegen Massentierhaltung zu sein. Man muss kein Deutscher sein, um auf Deutschland stolz zu sein.

Man kann ein Deutscher sein und sich dennoch für Deutschland schämen. Man kann ein Herz haben, ohne Gutmensch zu sein. Man sollte kein Fleisch essen, wenn man gern Massentierhaltung ist und ein Herz hat. Man sollte andere nicht mit einem Begriff festnageln.

Man tut niemanden einen Gefallen damit.

Und manchmal ist der Begriff auch irreführend und nur zur eigenen Beruhigung.

Jemand, der eine Granate schmeißt, muss nicht erst offiziell als Nazi begriffen werden, um zu begreifen, was nicht zu begreifen ist.

Kein Begriff ist da richtig und schon gar nicht genug. Nazi ist auf jeden Fall viel zu wenig und viel zu verharmlosend. Ein Nazi ist jemand im Deutschland T-Shirt mit vollgepisster Hose. Ein Nazi ist eine erbärmliche Gestalt; zumindest hätten wir das so gerne.

Dann können wir weiter runterschauen und ironische Tweets teilen.

Nazis sind gefährlich. Wir wollen das nur nicht wahrhaben. Noch viel gefährlicher ist allerdings der Begriff und unsere Verwendung und unser Umgang damit.

Man muss kein Hellseher sein, um zu sehen, was wir nicht sehen wollen.

Wir machen es uns so schön einfach. Alles Nazis, außer ich. Ich bin kein Nazi, also kann ich in Ruhe schlafen.

Wir lachen über die Menschen, die Schilder hoch halten, auf denen ‘Was kann ich dafür, dass Nazis meiner Meinung sind’ steht. Und jetzt ratet mal, warum die nachts genau so gut schlafen?

Die wollen Ernst genommen werden. Dann sollten wir das doch endlich auch gefälligst tun.

Und es gibt nur eine einzige Art, jemanden ernst zu nehmen. Man misst ihn an seinen Handlungen. Punkt. Fertig. Aus. Da muss nicht auf einen ‘Hintergrund’ gewartet werden.

Du hast dich wie eine Menschliche Nullnummer aufgeführt – also wirst du dementsprechend behandelt. Fordern wir ja permanent und lautstark von denen, mit dem anderen ‘Hintergrund’ auch. Da können wir ja auch in unseren eigenen Reihen anfangen und mit gutem Beispiel voran gehen.

Nazis sind eben nicht nur die anderen. Nazis sind auch nur Menschen; wir sind umgeben von Menschen. Und wer sich wie ein Arschloch aufführt, wird als solches behandelt. Punkt. Fertig. Aus.

Da muss man nicht erst auf einen offiziellen Stempel warten und hoffen.

Dieser Stempel entbindet uns nämlich nur vor unserer Verantwortung; schließlich stellt der umgekehrt dem Stempelträger ja einen Freifahrtschein aus.

Wir können gerade live und in Farbe miterleben, wie es funktioniert. Wie es schon immer – nicht nur in den Dreißigerjahren – funktioniert hat und auch in Zukunft funktionieren wird.

Die, die etwas ändern könnten, die die den Mund aufmachen und vor allem die Taten folgen lassen müssten, geben sich selber eine Ausrede.

Der Mensch – und somit sowohl der Gutmensch als auch der Nazi – ist von Natur aus feige. Also tastet er sich langsam heran und gibt eigentlich noch viel schneller auf. Es sei denn, man lässt ihn gewähren.

Es fängt mit kleinen Schmierereien an, dann kommen kleine Brände und jetzt sind wir schon bei den Granaten.

‘Nazis halt’ denken und im Trott weiter machen, das reicht nicht mehr aus. Es sind keine Nazis. Es sind Menschliche Versager, die eine Straftat nach der anderen begehen. Wir haben dafür Regeln.

Aber wir regen uns lieber über das Versagen von Staat und Polizei auf – als selber diese Regeln anzuwenden. Ja, man kann Einträge auf Facebook markieren und sich aufregen, dass die nichts tun. Man könnte auch einfach selber Anzeige erstatten. Nein, damit ist nicht direkt gesagt, dass das Erfolg hat; also juristischen.

Aber wenn alle Gutmenschen (und wie sind in der gewaltigen Überzahl) einfach nur kollektiv STOPP sagen; schon im kleinen und kleinsten STOPP sagen …

Man muss nicht ‘Du bist ein Nazi’ sagen und damit hat man dann seine Schuldigkeit getan. Erstens hat man das nicht und zweitens wäre es viel wichtiger, nicht in Stempeln, sondern in Klartext zu reden:

Es fängt mit ‘Arschloch’ an und hört bei ‘strafbar’ nicht auf. Der ‘liebe Frieden’ hat noch nie existiert und gestört … tja, gestört haben wir uns viel zu wenig dran.

Man muss einfach nur Mensch sein, um das Richtige zu tun. Punkt. Fertig. Aus.

Ich bin der Unmensch des Jahres

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Wenn wir uns verletzen und zum Beispiel eine Menge Blut aus den Extremitäten verlieren, dann ‘zentrieren’ wir uns – das heißt, der Köper versucht die lebenswichtigen Organe zu schützen und nur noch Blut zu denen zu befördern.

Und nein, der Schwanz ist nicht lebenswichtig – unser Kopf schon. Also wird zugesehen, dass unser Hirn wenigstens noch versorgt wird, so lange es geht. Dazu gehört auch, dass ‘unwichtige Signale’ nicht weiter geleitet werden; dieses ‘unter Schock’ stehen und die Schmerzen nicht mitbekommen ist damit gemeint.

So versucht uns die Natur vor Überforderung und Verzweiflung zu schützen und ja, ich weiß, jeder Medizin-Student lacht mich jetzt ob der fast sträflichen Verallgemeinerung und Reduzierung aus; im Kern stimmt es allerdings.

Mutter Natur (haben sich da eigentlich diese Gender Nazis auch schon drüber aufgeregt? Könnte ja auch eine farbige, transsexuelle SpieleenwticklerX sein?) meint es gut mit uns und hat sich eine Menge toller Dinge einfallen lassen, damit wir über- und weiter leben.

Nun muss so ein Schock ja nicht zwingend durch einen von rechts geschwungenen Baseballschläger, einen in die Menge geschmissenen Böller usw. entstehen – sondern Überforderung kann ja auch auf anderen Ebenen stattfinden; auch Leben und Realität genannt.

Und je komplexer die Situation und je weniger vorbereitet wir auf eine Situation sind, um so mehr muss uns Mutter/Vater/X Natur schützen.

Ich, zum Beispiel, erstarre selbst nach 40 Jahren Training immer noch für eine Sekunde, ob der Blödheit, Dummheit und Arschlochigkeit der Idioten dieser Welt. Und deren Mutter ist halt auch immer schwanger.

Und wenn das Gehirn überfordert ist, dann nützt es ja nichts, da noch weiter Blut und Energie hineinzupumpen; schließlich geht es ja darum, die ‘Signale’ zu unterbinden, damit wir nicht durchdrehen.

Also wird das Hirn außer Kraft gesetzt – und nein, noch mal, der Schwanz und die Eier sind vollkommen nebensächlich, egal ob man nun Christ, Jude oder Muslim ist – und unser allerwichtigstes, unser Urüberlebensorgan übernimmt und bekommt die Macht …

Unser Rückenmark. Und unser Rückenmark ist nicht im Arsch – aber ziemlich nahe dran. In der Umkehr bedeutet das, es ist auch ziemlich weit vom Hirn und vom Herz entfernt.

Je komplexer eine Situation, je überforderter wir also sind – um so weiter entfernen wir uns von unserem Hirn und von unserem Herzen.

Rückenmärker kenne kein Gut und kein Böse. Das hat sich Vater/Mutter/X Natur bewusst so ausgedacht.

Gutmensch als Unwort auszuwählen, war allerdings eine bewusste Entscheidung. Und eine erschreckende. Wenn das Hirn und das Herz schon so weit in an den Arsch gerutscht sind, dass so etwas dabei heraus kommt – dann kann man sich vorstellen, was bei den Dumpfbacken in unserem Land los ist, die noch viel weniger vorbereitet sind auf die Komplexität, die sie umgibt.

Je komplexer etwas erscheint, um so mehr schreit unserer Rückenmark nach einer einfachen Lösung, schließlich ist es einfach strukturiert. Und wenn unter (Kultur) Schock, dann haben wir alle einen Rechtsdrall in/an unserem Wirbelsäulenende.

Ja, wir alle. Du und ich auch. Leider.

Aus diesem Grund ist es so wichtig, in den Momenten, in denen wir von X/Vater/Mutter Natur mit Blut in unserem Hirn und in unserem Herzen versorgt werden, dies auch zu nutzen und daran zu arbeiten, unsere Quanten so zu setzen, dass wir weniger überfordert sind, wenn wir das nächste Mal wieder schockiert werden; unter Schock stehen.

Ich versuche in diesen Momenten ein ‘Gutmensch’ zu sein – also daran zu arbeiten, ein guter Mensch zu werden – also immer besser. Immer besser als Mensch.

Das klappt natürlich nur begrenzt und ich versage immer noch unter Schock und werde das morgen auch wieder tun.

Aber das dümmste, was ich tun kann, ist deswegen aufzugeben, es nicht weiter zu versuchen.

Mich deswegen aber direkt zum Unmenschen zu machen, das schockiert mich dann doch – denn darauf war ich nicht vorbereitet.

Mein Rückenmark möchte gerade gerne denjenigen, die dem zugestimmt haben, den Baseballschläger mit aller Wucht über die dämliche, dumme Fresse ziehen.

Genau so, wie ich den Vollspasten von Köln, die aus Dummheit niemanden einen Gefallen getan haben, gerne die Fresse polieren möchte.

Aber ich habe mich in meinen (wenigen) klareren Momenten trainiert, ein ‘guter Mensch’ zu sein – denn sonst wäre ich auch nur so ein kleines armseliges Arschloch, wie diese wandelnden und sich so dermaßen selbst entlarvenden Rückenmärker in Leipzig gestern.

Wenn wir mittlerweile schon wieder so weit sind, dass ‘gut’ sein verdammt wird, dann werden uns auch unsere Ärsche Rückenmärker auf Dauer nicht retten können …

Könnte einer dieser sogenannten Journalisten bitte endlich mal …

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Bild: Yannis Behrakis

Könnte einer dieser sogenannten Journalisten bitte endlich mal zum Telefon greifen, bei der Polizeigewerkschaft anrufen und vier simple Zahlen abfragen?

Zahl 1: Um wieviel Prozent sind die Ausgaben für Polizei (Personal, Ausbildung, Gerät) in den letzten zehn Jahre zurück geschraubt worden?

Zahl 2: Um wieviel Prozent hat im gleichen Zeitraum die Arbeitsdichte/Belastung zugenommen?

Zahl 3: Wie viel Prozent Personal mehr wäre (nur grob geschätzt) in Köln nötig gewesen, um auch nur halbwegs der Lage Herr zu werden?

Zahl 4: Selbst wenn genügend Personal vorhanden, jede einzelne Anzeige aufgenommen und jeder dieser kleinen menschlichen Nullnummern tatsächlich erst einmal verhaftet worden wäre – wieviel Prozent davon wären zwei Stunden später wieder auf freiem Fuß gewesen?

Wo diese Versager herkommen, welcher Religion sie angehören und ob es nun auf der Wiesn dann vielleicht doch mehr arische hellhäutige Würmer mit deutschen Pass gibt, die genau so ein widerwärtiges Verhalten an den Tag legen, kann gerne muss an anderer und geeigneter Stelle erörtert werden – aber könnten wir bitte erst einmal etwas für Deutschland völlig untypisches tun und uns ausnahmsweise mal auf das Versagen des Staates konzentrieren?

Und damit meine ich nicht einzelne Personalien, die das Pech hatten, dieses Komplettversagen irgendwie misswirtschaften zu müssen.

Endlich! Twitter rettet die Welt!

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Endlich ist es so weit. Endlich können wir mittels Twitter die Welt retten. Waren wir doch alle die Jahre durch diese 140 Zeichen beschränkt, unsere Besserwisserei und unsere – nur im Internet erlernten – Kenntnisse in die Tat umzusetzen.

Wir wurden von Jack Dorsey also praktisch auf Armlänge Abstand gehalten.

Das hat jetzt endlich ein Ende. Man überlege sich, was für einen Schwachsinn wir alle erst in 10.000 Zeichen packen können.

Dass die Kölner Oberbürgermeisterin eigentlich nichts anderes empfohlen hat, als was Opferschutzvereinigungen – wie der Weiße Ring – Frauen für alle deutschen Großveranstaltungen anraten und dabei die Polizei nicht so in die Pfanne gehauen hat, wie unser Innenwichtel, das können wir dann auch weiter unter den Tisch fallen lassen.

Daraus sofort ein ‘Victim-Blaming’ zu machen – das schafft in der Geschwindigkeit auch nur Twitter. Und das sogar mit nur 140 Zeichen. Man stelle sich mal vor, wie wir uns die Welt noch weiter zurecht biegen können, wenn wir erst 10.000 Zeichen zur Verfügung haben.

Nur, um mal ein Beispiel zu verwenden, an das wir uns gerade noch erinnern können. Schließlich retten wir ja zehn bis 33 Mal am Tag die Welt. Es gibt ja schließlich auch so viel, dass all die anderen da draußen nicht gebacken bekommen. Und dann sehen die nicht mal ein, dass nur Twitter und die Twitternutzer Alles – aber auch einfach Alles – lösen, retten und verbessern können – wenn da nicht diese unsägliche Limitierung wäre. Diese 140 Zeichen Limitierung, die einem sämtliche Kraft raubt; wer kann schon was mit Händen und Füßen machen, wenn er seine gesamte Kraft darauf verwenden musste, einen Rechtschreibfehler nach dem anderen zu produzieren.

Da wird die Lügenpresse aber ein Dreck dagegen anstinken können. Da bekommt man als Twitter-Nutzer der ersten Stunden ja schon fast feuchte Augen. Stellt euch doch nur mal die Schlagzeile vor: Twitter beerdigt die Presse. OK. Wo diese Schlagzeile dann stehen wird, habe ich auf die Schnelle nicht klären können und wie diese Abermillionen an Menschen, die Twitter noch nie im Leben auch nur für eine Minute gesehen haben, davon dann mitbekommen, auch nicht. Aber Fakten solche Kleinigkeiten haben uns ja noch nie davon abgehalten, ungefragt jeden zu retten und zu belehren.

Aber das hat ja denn jetzt endlich ein Ende. Schließlich ist Twitter nur aus einem einzigen Grund erfunden worden:

Um unserem Til das vorzuwerfen, was wir täglich selber100fach in 140 Zeichen quetschen mussten. Nur halt ganz anders. Halt auf Twitter. Also direkt schon mal besser.

Stellt euch doch nur mal vor, wie toll man in 10.000 Zeichen über die Leistung und Arbeit anderer herziehen kann. Die Anzahl der ironischen Ausrufezeichen im Internet wird explodieren. Und selbst der Til selber muss endlich nicht mehr Facebook für seine Anfälle verwenden. Auch der ist zukünftig viel besser auf Twitter aufgehoben.

Twitter, der Langüberandereherziedienst deiner Wahl.

Ach, was wird das ein tolles 2016. Das Jahr, in dem Twitter die Welt rettet. Da ist bestimmt auch ein Friedensnobelpreis drin.

Wenn sie es jetzt dann auch noch schaffen, dass nur eine einzige dieser 10.000 Werbeeinblendungen am Tag mich auch nur ansatzweise irgendwie ansprechen würde, sprich: nicht so weit von mir und meinen Interessen entfernt ist, wie … sagen wir mal die freiwillige Benutzung von Facebook – dann …

Ja, dann … Dann findet sich vielleicht ein Käufer für Twitter und wir müssen uns ein anderes Ventil zum Weltretten suchen. Aber bitte eines, bei dem wir nicht tatsächlich vor die Tür müssen.

Da wird man immer so schnell so kleinlaut, ob der gänzlich anderen Realitäten; die Welt rettet sich einfach immer noch am besten im Schlafanzug und nicht im Regen. Und schon gar nicht mit anderen Menschen zusammen, Menschen, die nicht twittern …

Acht von Zehn

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Wer redet von Liebe? Es gibt ‘n paar Leute, die ich okay finde. Jedenfalls rate ich denen, sich von Idioten fernzuhalten. Die Regel lautet: acht von zehn. Acht Idioten an einem guten Tag. Sonst: neun. An einem schlechten Tag triffst du zehn Leute und einer wie der andere ist ein kompletter Vollidiot.

Lemmy Kilmister

Ist schon immer wieder erstaunlich, wie die zugedröhntesten, vermeintlich bösesten, die klarsten Köpfe mit dem aufrechtesten Rückgrat überhaupt sind. Und vermutlich an deren Spitze stand Lemmy; zumindest ganz weit vorne. Mit dem Whiskey in der Hand.

Prost, Lemmy!

Ich befürchte ja …

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Ich befürchte ja, mein Weihnachtsgeschenk ist zu klein ausgefallen. Ich finde es kaum an meinem Handgelenk. Hat jemand mal ne Lupe?

Schreiben - oder: So geht Textverarbeitung

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Damals. ™. Vor einer Ewigkeit. Da öffneten die hässlichen Textverarbeitungsprogramme alle ihre Fenster links an den Bildschirmrand gequetscht und sie wahren grausam zu bedienen.

Naiv, wie ich war (ja, naiv klingt besser als doof) – dachte ich mir, es könne ja nicht so schwer sein und kaufte mir ein Buch. Ich habe es dann direkt wieder zu geklappt ;–)

Den Rest der Geschichte kennen ja ein paar alte Säcke und Sächsinnen unter euch noch.

In einem nostalgischen Anflug habe ich mal eine Neuauflage, wie damals ™ auch nur auf deutsch, meines ersten Programmes geklöppelt.

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